Zwei Tage Bundestreffen in Passau: Kultur und Tradition

Bericht der Böhmerwald Sing- und Volkstanzgruppe München über das 31. Bundestreffen der Böhmerwäldler vom 29. bis 30. Juli 2023:

Am 29. und 30. Juli 2023 trafen sich die Böhmerwäldler, um das 31. Bundestreffen in Ihrer Patenstadt Passau zu feiern. Durch das dafür erstellte Programm wollte man an das Leben der Menschen aus dem Böhmerwald und den Mitwirkenden über deren Geschichte erinnern.

Schon am Freitagnachmittag um 14.00 Uhr fuhren wir in München los und kamen gut auf der Straße voran, um am Wochenende am 31. Bundestreffen der Böhmerwäldler in Passau teilzunehmen. In der Stadt angekommen trafen wir uns in einem Restaurant zum Abendessen auch mit den Mitgliedern, die aus irgendeinem Grund schon dort waren. Danach gingen einige ins Hotel, um sich auszuruhen, während andere sich in einer Bar verabredeten.Der Samstagvormittag begann mit der Kulturpreisverleihung und danach fand bei leichtem Regen und warmem Wetter der Umzug durch die Straßen der Stadt statt. Wie es sich schon eingebürgert hat, wurde danach in der Fußgängerzone getanzt. Dies ist immer eine interessante Erfahrung, denn hierfür treffen sich die Mitglieder von unterschiedlichen Städten und haben beim Tanzen Spaß.

Nach einer Pause trafen sich alle Mitglieder im Redoutensaal für die Stellprobe und den darauf folgenden Auftritt beim Volkstumsabend. Diesmal wurde der Abend von den Böhmerwäldlern aus München unter dem Motto „Ein Jahr auf einem Böhmerwäldler Bauernhof“ und zwar vor genau 100 Jahren geleitet.

Es wurde viel getanzt und gesungen und zwar zu Themen, die in einem normalen Jahr vorkommen. Es wurden Fotos über das Leben vor 100 Jahren auf einem Bauernhof gezeigt und aus der Truhe wurden bestimmte Sachen hervorgeholt, um die Erzählungen lebhaft zu gestalten. Die Böhmerwald-Spielschar Nürtingen spielte für die Anwesenden.

Nach der Veranstaltung trafen sich einige Mitwirkende noch und andere gingen zurück ins Hotel. Am nächsten Morgen um 09.30 Uhr war Messe im Dom St. Stephan. Auch zu dem Zeitpunkt regnete es, aber als es zu Ende ging, hörte es zum Glück wieder auf.

Man traf sich wieder im Redoutensaal für einen weiteren offiziellen Teil der Veranstaltung. Man sprach u.a. über die Beziehung der Böhmerwäldler zur Stadt Passau und über die Zukunft. Anwesend war der Oberbürgermeister Jürgen Dupper, der auch eine Rede hielt. Elisabeth Januschko als Bundesjugendleiterin sprach über die Möglichkeit, die Kinder in Zukunft mit einzubeziehen, sodass der Nachwuchs die Geschichte auch pflegen wird. Nach dem gemeinsamen Mittagessen verabschiedeten sich die Gruppen aus Backnang/Esslingen, Nürtingen, Oftersheim, Heidelberg, Ellwangen und München dann nacheinander, um die Rückfahrt Richtung Heimatort anzutreten.

Als Abschlusswort lässt sich zusammenfassend sagen, dass es der Sing- und Volkstanzgruppe München Spaß machte, die Gestaltung und Ausarbeitung des Heimatabends mit dem Thema: „Ein Jahr auf einem Böhmerwäldler Bauernhof“, also zurück in den Jahren 1923 und 1924 zu erarbeiten. Es war schon im Vorfeld spannend und interessant, über die Bräuche und Traditionen eines Bauernhofes am Waldrand im Böhmerwald zu sprechen und zu diskutieren. Man konnte es sich an dem Abend tatsächlich vorstellen, wie die vielen Generationen dort zusammen lebten und Erinnerungen pflegten: Die Eltern mit den Kindern, den Großeltern sowie dem Gesinde. Es gab dort sicherlich nicht viel Platz, aber es war gemütlich und es gab viel Arbeit auf den Feldern und im Haus. Je nach Monat gab es ein wichtiges Thema, das meistens mit der Natur oder mit der Kirche und den Traditionen zu tun hatte. Der Glaube spielte damals eine unheimlich große Rolle im Leben der Menschen und man redete im böhmerwäldlerischen Dialekt. Zum Abschluss des Abends in Passau sang man „Tief drin im Böhmerwald“.

Elisangela Leitzke