Jubiläum

In diesem Jahr durften wir unser 70 jähriges Jubiläum feiern!

 

Alle Informationen zur Jubiläumsveranstaltung am 20. April 2024 finden Sie auf dieser Festschrift.

 

Bericht zum 70.jährigen Gründungsjubiläum.

Bereits im Herbst des vergangen Jahres starteten die umfangreichen Vorbereitungen und in der Woche vor den Festakt haben einige Mitglieder der Sing- und Volkstanzgruppe jeden Tag einige Stunden im Sudetendeutschen Haus verbracht, um alles noch einmal bis ins Detail durchzugehen.

Um auch den älteren Mitgliedern die Teilnahme an diesem Fest zu ermöglichen haben wir die ganze Veranstaltung, von der Kirche, über Mittagessen, Kaffee und Kuchen, sowie den Festakt am Nachmittag und am Ende das gemütliche Tanzlfest im Adalbert-Stifter-Saal durchgeführt.

Impressionen von unserem Festtag

(Alle Fotos sehen Sie in der Jubiläums-Fotogalerie)

 

Bei dieser Gelegenheit gleich herzlichen Dank an die Hausverwaltung und die Sudetendeutsche Stiftung, die uns finanziell unter die Arme greift.

Endlich war es soweit. Alles war wohl vorbereitet und geplant, Essen, Getränke, ein volles Kuchenbüfett, Festschriften ausgelegt, ebenso die festlichen Bierfilze, die Kugelschreiber, Taschen mit Logo und die Sticker mit dem Logo für unsere neue Homepage. Die Tische festlich gedeckt mit hübschen Blumengestecken, der Altar und der Gabentisch für die Geistlichkeit hergerichtet. Nachdem sich die Mitglieder der Sing- und Volkstanzgruppe im Untergeschoß noch eingesungen hatten, setzte schon die Flut der Besucher ein, die im Eingangsbereich herzlich mit einer Rosenberger Rose zum Anstecken in Empfang genommen und begrüßt wurden und an die für sie vorgesehenen Plätze gebracht wurden. Der Saal füllte sich schnell und und mit dem Klang der Kirchenglocken marschierten die Fahnen- und Trachtenträger ein.

Der Gottesdienst mit dem Egerer Stöckl als Hintergrundbild wurde mit dem Orgelspiel von Kirchenmusikdirektor Thomas Schmid und der Waldlermesse unter Leitung von Martina Miksch musikalisch gestaltet. Der in Vertretung für Monsignore Olbrich waltende Pfarrvikar Hannig fand zusammen mit Monsignore Wuchterl durch seine erfrischende Art schnell Zugang bei allen Gästen und betonte, dass das Vater unser in diesem Gottesdienst zweimal zu hören sein wird, einmal gebetet und einmal gesungen. Und das war ein Ohrenschmaus. Die Kollekte wurde Edi Schiefer für die Bischof Nepomuk Neumann Kapelle am Dreisesselberg übergeben. Nach der Messe wurde im Foyer ein reichhaltiges Mittagessen angeboten.

Es war sicher für jeden Geschmack was dabei, vom deftigen Schweinekrustenbraten mit verschiedenen Knödeln und Kraut sowie Salat oder Käsespätzle bis zu Rahmschwammerl mit Semmelknödeln. Und das üppige Kuchenbüfett als Nachspeise stand dann auch schon bereit. Danke an alle Kuchenbäckerinnen für wirklich tolle Kreationen und bei Erika Weinert für die landestypischen böhmischen Kollatschen.

Am Nachmittag folgte der festliche Teil. Roland Hammerschmied und seine Gartenberger Bunkerblasmusik begannen mit flotten Weisen, die Böhmerwald Sing-und Volkstanzgruppe begrüßte mit dem Lied „Griaß eich alle mitanand“. Es folgte die Begrüßung durch die Vorsitzende Renate Ruchty, die sich freute, nach schwierigen Jahren mit Corona und trotz Krieg und Krisen mit vielen Brennpunkten auf der ganzen Welt mit so vielen Gästen die 70 Jahre seit Gründung des Vereins feiern zu können.

Darauf folgten die Großworte von Dr. Petra Loibl, Beauftragte der Bayer. Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, deren Stimmkreis Dingolfing ist und daher schon eine gewisse Nähe zu unserer Heimat hergestellt war. Es folgten die Grußworte von Christian Knauer vom BDV, der hervorhob, dass die Böhmerwald Sing- und Volkstanzgruppe eigentlich immer zur Verfügung steht und deswegen schon öfter musikalisch Gedenktage in der Bayerischen Staatskanzlei gestaltet hat und dafür 2019 mit dem BDV-Kulturpreis durch den Ministerpräsidenten ausgezeichnet wurde.
Roland Hammerschmid spielte dazwischen mit seiner Musik ein Stück als Auflockerung.

 

Es folgten die Grußworte unserer Bundesvorsitzenden Birgit Kern, die betonte, in den letzten Jahren schon bei mehreren 70 oder sogar schon 75-jährigen Jubiläen gewesen zu sein, jedoch Sorge hat, wie lange wir wir noch so aktiv sein können.
Als letzter überbrachte Dr. Gernot Peter, Vorsitzender des Böhmerwaldmuseums Wien seine Grüße und sprach darüber, dass er als Familienforscher durchaus den Eindruck hat, dass sich zunehmend auch wieder mehr junge Leute für ihre Wurzeln Interessieren.
Alle Sprecher gratulierten aber der Ortsgruppe München und der Sing- und Volkstanzgruppe herzlich und wünschten noch viele Jahre des Fortbestehens.

Bevor Dr. h.c. Bernd Posselt seine Festrede hielt, erklang das Lied „Heimat dir ferne“.
Posselt verstand es trefflich, mit Anekdoten seine Festrede locker und trotzdem interessant zu gestalten und bezeichnete die Leute aus dem Böhmerwald als die „Sanften“ im Vergleich zu den Egerländern und den Schlesiern. Seine Ansprache war beeindruckend und er erhielt großen Applaus dafür. Mit Blumen für die Damen und selbst hergestellten Rosenberger Rosen aus Wachs wurde für die Grußworte und die Festrede gedankt.

 

Nun sollte der Höhepunkt des Nachmittags folgen. Birgit Unfug erklärte, dass sich die Sing- und Volkstanzgruppe zum 70. Gründungsfest etwas besonderes ausgedacht hat und ein Jubiläumstanz entstanden ist. Die Musik wurde empathisch von Stefanie Januschko kreiert, Denis Simoes, unser brasilianischer Böhmerwädler mit vielen tollen Ideen im Kopf hat federführend die Choreografie übernommen und die Tänzer geradezu mit Euphorie für den Tanz begeistert, der in 4 Teilen ausdrückte, wie die Lebenssituation damals war. Heiter und fröhlich in der alten Heimat, Flucht und Vertreibung nach dem Krieg, die Ungewissheit vor dem Neuanfang und schließlich die Ankunft und der Start in die Zukunft. Ein beeindruckender Tanz, der mit viel Beifall vom Publikum bedacht wurde.

 

 

Es schlossen sich die Ehrungen durch stellvertr. Vorsitzende Ingrid Heigl für langjährige Zugehörigkeit zur Heimatgruppe an, darunter noch 2 Gründungsmitglieder: Herbert Foißner und Oswald Fuchs. Mit Urkunden und teilweise Nadeln wurde den Geehrten für die lange Treue gedankt.

Renate Ruchty bedankte sich bei allen Gästen für ihren Besuch und die Aufmerksamkeit. Der Sudetendeutschen Stiftung dankte sie nochmals für die finanzielle Unterstützung dieser Mammutveranstaltung, Roland Hammerschmied und seinen Musikern für die schwungvolle Musik und natürlich bei der Sing-und Volkstanzgruppe für die musikalische Umrahmung bei der Messe und am Nachmittag.

Ein großer Dank ging an das Organisations-Team Ingrid Heigl, Birgit Unfug, Denis Simoes, der das schöne Logo zum 70-jährigen Jubiläum kreiert hat, in der 7 oben die Silhouette der Stadt München, unten der Tannenzweig und die Null in Form der Rosenberger Rose. Ein besonderer Dank und ein bunter Blumenstrauß ging am Martina Miksch, die straff die Zügel für die Organisation geführt hat. Und auch ich habe von Ingrid Heigl aus meiner Gruppe einen tollen Blumenstrauß erhalten, wofür ich mich herzlich bedanke.
Leider ist in der Box, die für Rezepte aus der alten Heimat bereit stand nichts gelandet. Schade.

Zum Ende des offiziellen teils wurde noch das Böhmerwaldlied gesungen. Einige wenige ältere Besucher traten daraufhin den Heimweg an, die Saal blieb jedoch noch gut voll, weil z. B. die Riesengebirgstrachtengruppe unter Leitung von Uli Moll zum Geburtstag auch mit Tänzen gratulierte und 4 Gäste mit brasilianischen Wurzeln noch eine schwungvolle Einlage brachte. Der Tanzboden war bis zum Ende gut frequentiert und Roland Hammerschmied tat das seinige, um die Stimmung am Laufen zu halten.

Bis 21:00 Uhr spielte die Musik und mit dem Lied „Ade zur guten Nacht“ endete eine wunderbare Jubiläumsveranstaltung. Danke nochmal an alle, die dazu beigetragen haben.
Nachdem der Saal geräumt und das restliche Essen verpackt waren, ging ein langer aber erfolgreicher Tag zu Ende.

R. Ruchty