Der 24.11.2025 war ein sehr ereignisreicher Tag….
Am Nachmittag fand im Würfelzimmer des Sudetendeutschen Hauses das Monatstreffen der Ortsgruppe statt, das wieder gut besucht war. Neben Kaffee und Kuchen gab es einen besonderen Besuch. Die Kinder von Frau Maria Frank, einer sehr engagierten Böhmerwäldlerin aus Oppelitz, die leider schon 2006 verstorben ist und mehrere Bücher verfasst hat, Frau Dr. Elfriede Sextl und ihr Bruder Herr Fritz Frank, waren Gäste und haben aus dem Buch ihrer Mutter „Als wir aus dem Böhmerwald vertrieben wurden“ einige Kapitel vorgelesen. Dies war auch deshalb passend, weil sich die Vertreibung ja im nächsten Jahr zum 80. Mal jährt. Es war sehr still im Raum bei den einzelnen Vorträgen. Das Thema wurde sowohl geschichtlich als auch aus persönlichen Schilderungen mehrerer Betroffener wiedergegeben und die schrecklichen Erlebnisse aus der damaligen Zeit nochmal ins Bewusstsein gerufen. Bettelarm waren die Leute, die in Viehwaggons mit nur dem Nötigsten tagelang durch die Landschaft transportiert wurden, egal ob alt, Kinder, krank oder gesund. Die Qualen, die die Menschen damals durchlitten haben, sind unvorstellbar und wurden durch die Lesungen wieder ins Gedächtnis gerufen. Ihnen wurde nicht nur die Heimat mit allem, was ihnen lieb und wert war genommen, sondern auch ihre Ehre. Der Neuanfang in Bayern, Baden-Württemberg oder wo auch immer es sie hinverschlagen hat, war mühsam und anstrengend. Aber die Vertriebenen waren fleißig und haben es aus eigener Kraft wieder geschafft, ganz von vorne anzufangen, haben ihr Leben wieder in die Hand genommen und Großartiges geleistet.
Noch einmal herzlichen Dank an die Geschwister Frank für diese einfühlsamen Vorträge. Auch die Schlusswort von Frau Ruchty nach diesen Lesungen ermahnten jeden Einzelnen, das Seinige zu tun, um unseren nun 80-jährigen Frieden, den wir erleben durften, weiter zu bewahren.
Renate Ruchty






